Mein Anliegen

Mein Anliegen mit diesem Blog ist es, Betroffene mit der entzündlichen Muskelkrankheit Polymyositis und der Muskelkrankheit Myasthenia Gravis, die durch eine gestörte Signalübertragung zwischen Nerv und Muskel gekennzeichnet ist, vertraut und auch Mut zu machen mit diesen umzugehen.
Diese Krankheiten bringen viele Einschränkungen im persönlichen Leben, aber auch in der Familie mit sich. Viele Menschen, auch Familienangehörige verstehen nicht was in einem vor sich geht, warum man nicht mehr laufen kann, keine Ausdauer und Kraft hat, obwohl man dem Kranken es nicht ansieht. Mir sagt jeder du siehst aber gut aus, ist die Krankheit vorbei.
So konnte ich in den ersten Monaten kein Auto fahren, mich kaum Anziehen, kann heute noch nicht allein aus der Badewanne aufstehen, Treppensteigen sowie Bergauflaufen ist kaum möglich. Nach Spaziergängen schmerzen die Beine, in den Oberschenkel ist ein brennender Schmerz und ich muss mich relativ viel hinsetzen und ausruhen. Muskelaufbau durch Training ist kaum möglich. Ich mache Krankengymastik am Gerät nur Fahrradfahren und Laufen auf dem Laufband, sowie Muskelerhaltung an Geräten mit sehr wenig Gewicht.
Für jeden der meinen Blog liest, sollen meine Aufzeichnung nur eine Information sowie Gedankenaustausch sein, wie man mit diesen Muskelkrankheiten umgehen kann da sie ja relativ selten sind und von vielen Ärzten als solche nicht erkannt werden.

Die wichtigste Erkenntnis die ich bisher gezogen habe ist die:
Sich nicht von der Krankheit beherrschen zu lassen, sondern umgekehrt, ich muß die Krankheit beherrschen.

Vorgeschichte der Erkrankung

Erste bemerkte Beschwerden traten Anfang November 2003 im linken Arm auf. Die Schmerzen waren sehr stark.

Ich dachte das es eine Sehnenentzündung ist, hervorgerufen durch das Tragen eines Laptops während meiner Tätigkeit als Interviewer.

Diese Schmerzen blieben auch während der Monate November und Dezember 2003. Ich konnte keine Treppen mehr steigen und hatte auch große Schwierigkeiten bergauf zu laufen.

Am 13.-16.12.2003 hatte ich eine starke Erkältung.
Am 16.12.2003 bemerkte ich erstmals Schluckbeschwerden als ich eine Tablette schlucken wollte.

Diese Schluckbeschwerden verstärkten sich immer mehr und hielten bis zum 20.01.2004 an. Dabei hatte ich große Probleme etwas zu essen,weil ich immer wieder die Speisen kaum Schlucken konnte. Ich konnte sie nur mit viel Flüssigkeit zu mir nehmen.

Desweiteren konnte ich keine Getränke mit Kohlensäure sowie bestimmte Teesorten trinken. Die einzigste Teesorte die ich vertragen habe war Kamillentee, jeden Tag trank ich ca.1 – 2 Liter.

Das verbesserte sich erst als ich zum ersten Mal als ich Prednisolon 100mg am 21.01.2004 verordnet bekam. Diese Schluckbeschwerden hielten bis ca. April 2004 an, vor allem wenn ich stark faserige Lebensmittel zu mir nahm.

Ab Mitte Dezember 2003 bekam ich auch Schmerzen an den beiden Füßen, besonders an den Waden und den Oberschenkeln sowie in beiden Armen. Ab dem 20.12.2003 , meinem 60. Geburtstag , konnte ich schon nicht mehr in die Hocke gehen und hatte Schwierigkeiten beim Laufen.

Diese Schmerzen verstärkten sich über Weihnachten und Silvester über die Waden, Oberschenkel, Hände, Arme und Schultergelenke so sehr, das ich Schmerzmittel nehmen musste.

Die Schmerzen gingen trotzdem nicht weg und wurden besonders in der Nacht sehr stark.

Gleichzeitig konnte ich früh kaum laufen, da die Beine steif waren, es war wie auf Eiern laufen, nach einer gewissen Zeit ging es dann wieder einigermaßen.

Fortsetzung folgt.

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Die Erkrankung

05.01.2004 ging ich dann zur Hausärztin, diese überwies mich sofort in das SKH Hubertusburg für Neurologie mit Verdacht auf Guillain-Barre-Syndrom
06.01.2004 08.30 Uhr traf ich im Krankenhaus ein. 09.30 Uhr war schon Chefvisite und es die ersten Maßnahmen, wie Lumpalpunktion festgelegt und auch sofort durchgeführt. Der Verdacht auf Guillain- Barre-Syndrom bestätigte  sich nicht.  Danach erfolgten am gleichen Tag noch 12 Blutuntersuchungen.

Ab 07.01.2004 Untersuchung Nervenbahnen von Kopf bis Fuß alles in Ordnung.Ab diesem Tag bekam ich auch Spritzen mit Vitamin B 12 und Tabletten mit Folsäure.  EKG in Ordnung.

14.01.2004  EMG-Untersuchung der Muskeln. Diagnose Polymyositis.

MRT und Röntgen der Lunge.

Untersuchung im Krankenhaus Leisnig. Lunge in Ordnung, Ultraschalluntersuchung des Herzens sowie der Nieren, alles in Ordnung.

21.01.2004 Muskelbiopsie in der Neurologischen Universitätsklinik in Leipzig im linken Oberschenkel.

22.01.2004 Erstmals bekam ich nach der Visite Prednisolon 100mg.  Bis zu diesem Zeitpunkt erhielt ich nur 4 mal am Tag Schmerzmittel Ibuprofen 400 mg, wenn notwendig auch 600mg, damit die Schmerzen besonders früh erträglich wurden. Nach der ersten Einnahme von Prednisolon  gingen die Schmerzen weg und ich fühlte mich gut.
Danach konnte ich auch wieder einigermaßen schlucken und gut essen.
Jedoch verlor ich in dieser und der folgenden Woche ca. 14 kg an Gewicht, die Muskeln
verringerten an den Armen und im Bereich der Schultern sowie am Rücken.
Ich konnte kaum noch zugreifen und etwas festhalten , besondere Schwierigkeiten hatte ich  beim Anziehen.

Ab jetzt bekam ich Imurek/Azathioprin 100mg zum Herabsetzen des Immunsystems, 50 mg früh und 50mg  abends, immer nach dem Essen.

28.01.2004  Herabsetzung Prednisolon auf 80 mg am Tag.

04.02.2004  Herabsetzung Prednisolon auf 60 mg am Tag usw. bis zu 5 mg.

05.02.2004 Entlassung aus dem Krankenhaus.

Auszug aus dem Entlassungsbericht der Krankenhauses:

Diagnose:

  • Polymyositis bei Verdacht auf Autoimmunerkrankung des rheumatischen Formenkreises
  • Vitamin B 12 – Mangel
  • Folsäuremangel

Therapie und weitere Empfehlungen zur Entlassung:

  • Prednisolon 60 mg        1 – o – o   wöchentliche Reduktion um 10 mg
  • Imurek                                2 x 1
  • ASS 100                              1 x 1
  • Aquaphor 20                    1 x 1
  • Maloxan                              4 x 1 Esslöffel
  • Vitamin B 12 subkutan  1 x pro Monat 1 Ampulle
  • Fortsetzung der Physiotherapie

 

Ab 09.02.2004 verringerte sich jedoch die Muskelmasse in den Armen und Beinen.ich verlor ca. 14 kg an Gewicht in kurzer Zeit. Das Laufen fällt mir sehr schwer, ich kann die Beine kaum noch heben, gehe sehr langsam und habe keine Kraft. Treppen kann ich gar nicht steigen,weil ich die Beine kaum hoch heben kann.

Anbei einige Bilder:

Muskelschwund

Muskelschwund

Muskelschwund

Muskelschwund

 

 

 

 

Bescheid von der BfA über Bewilligung der REHA für 4 Wochen.

Bescheid der Kureinrichtung:  Beginn der REHA am 27.02.2004.

Fortsetzung folgt.



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Die REHA



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Beginn der REHA am 27.02.2004.

Während der Reha deutliche Kraftzunahme, keine Gewichtsabnahme mehr. Das Wohlbefinden verbesserte sich. Nach der REHA war es mir auch wieder möglich PKW zu fahren. Jedoch hatte ich  Schwierigkeiten mit dem linken Bein die Kupplung zu treten. Auf Grund dieser Tatsache mußte ich auf einen PKW mit Automatikgetriebeumsteigen.

Antrag auf  Schwerbehinderung am 25.03.2004.

Fortsetzung folgt:

Der weitere Krankheitsverlauf

Nach der Entlassung aus der REHA am 26.03.2004 führte ich ambulant ein Muskelaufbautraining in einer ambulanten REHA-Einrichtung durch. Dieses führte bis zum Monat Mai 2004 zu noch mehr Schmerzen vor allem in den Beinen, so das ich diese Maßnahme abbrechen mußte.

Gleichermaßen wurden alle 14 Tage meine Blutwerte kontrolliert.

Durch das Ansteigen der Amylasewerte wurde die Behandlung mit Azathioprin abgesetzt.

Jetzt begannen aber erst die richtigen Probleme. Ende Juli 2004 fielen mir ständig die Augen zu und ich konnte teilweise die Finger der rechten Hand nicht mehr bewegen. Dies zog sich bis September 2004 hin, so das ich am 15.09.2004 wieder in das SKH  eingewiesen wurde.
Es erfolgte eine Umstellung von Azathioprin auf Methotrexat (Lantarel).

Nach der Einnahme von MTX verbesserte sich mein Allgemeinzustand, die Augen fielen mir nicht mehr zu und ich hatte auch keine Problem mehr mit den Händen.

Zwischendurch erhielt ich am 06.09.2004 den Bescheid über den Grad der Behinderung von 30 %.

Jedoch war MTX für mich ein Teufelszeug. Nach einigen Einnahmen war mir ständig schlecht und ich mußte mich immer übergeben. Ich hatte einen richtigen Horror gegen MTX entwickelt und wollte es im Januar 2005 absetzen, aber mein Neurologe hielt mich davon ab und
vereinbarte einen Termin mit der neurologischen Ambulanz der Martin-Luther-Universität Halle, um eine 2. Meinung einzuholen.

Diesen Termin nahm ich am 10.03.2005 wahr.

Fortsetzung folgt:

Diagnose


Am 10.03.2005 nahm ich den Termin in der Neurologischen Ambulanz der Uniklinik Halle wahr.
Dieses Gespräch mit der behandelnden Ärztin dauert ca. 90 min. Hier konnte ich meine Krankheit ausführlich schildern. Es erfolgten
auch einige Untersuchungen sowie eine Blutabnahme.
Das Ergebnis dieses Termins erfuhr ich am 12.04.2005, da die Blutuntersuchungen so lange gedauert haben.

Diagnosen:
– Verdacht auf generalisierte Myasthenia Gravis
– bekannte Polymyositis, ED 02/2004

Anamnese:

Herr R. berichtete, ca. im Oktober 2003 erstmals muskuläre Probleme bemerkt zu haben: zunächst eine Schwäche in der linken Hand, Schmerzen in der Oberarmmuskulatur links, schließlich Schluckprobleme,
Muskelschmerzen in den Beinen, Schwäche in den Füßen.
Beim Autofahren seien die Augenlider so schwer geworden, dass er kaum noch habe Autofahren können. Wegen Doppelbildern beim abendlichen Fernsehen habe er in dieser Zeit auch eine Augenärztin aufgesucht. Anfang 2004 im Rahmen stationärer Diagnostik  Diagnose einer Polymyositis (basierend u.a. auf MRT-Befund der Oberschenkelmuskulatur: „Verdacht auf entzündliche Veränderungen im M. biceps femoris, M. semitendinosus und M. semimembranosus links“ und Muskelbiopsie, Beurteilung Prof. S., Universität Leipzig: „subchronisches myositisches Gewebssyndrom“). Beginn einer Therapie mit Kortison, darunter rasche Besserung der Beschwerden, zusätzlich Azathioprin, darunter weitere Stabilisierung. Wegen Amylase-/Lipase-Erhöhung (asymptomatisch) Umstellung auf Mtx. Herr R. beklagt jedoch dadurch bedingte starke Übelkeit. Aktuell berichtet Herr R., sich beim Treppensteigen am Geländer hochziehen zu müssen, aus der Hocke nicht frei aufstehen zu können, vom Stuhl gerade noch frei aufstehen zu können, sich sehr schwer nur noch alleine an- und auskleiden zu können. Familienanamnese hinsichtlich neuromuskulärer Erkrankungen leer. Keine sonstigen Erkrankungen bekannt. Die Vorstellung des Pat. in unserer Sprechstunde erfolgte mit der Frage nach alternativen Therapieoptionen wegen Nebenwirkungen des Mtx (Übelkeit, laborchemisch Pankreasenzyme erhöht, dies jedoch auch unter Azathioprin) und wegen weiterer Progredienz der muskulären Symptomatik.

Beurteilung:

Bei Herrn R. ist eine. Poylmyositis bekannt. Die vom Patienten geschilderte Symptomatik mit • belastungsabhängiger Ptosis, Doppelbildern, Schluckstörungen ist jedoch nicht typisch für eine Polymyositis. Da die in der Epikrise beschriebenen muskelhistologischen Veränderungen nicht dem „klassischen“ Befund der akuten Polymyositis entsprachen, haben wir die Präparate aufgrund der neuen klinischen Aspekte eigens beurteilt (von Herrn Professor S.  dankenswerterweise zur Verfügung gestellt, beurteilt bei uns durch Herrn OA Dr. N.). Unser differentialdiagnostischer Verdacht auf eine Myasthenia gravis ließ sich bei stark erhöhtem Antikörpertiter gegen Acetylcholinrezeptoren bestätigen. Die in den uns vorliegenden Muskelbiopsie-Präparaten gesehenen entzündlichen Veränderungen würden nicht prinzipiell gegen die Diagnose der Myasthenia gravis sprechen (entzündliche Veränderungen sind hier beschrieben). Für eine zusätzliche Polymyositis spricht jedoch die sehr hohe CK bei Aufnahme in der Klinik Wermsdorf. Es besteht also der Verdacht, dass bei Herrn R. die seltene, jedoch in der Literatur beschriebene Kombination von Myasthenia gravis und Polymyositis vorliegt. Um dies weiter zu klären (einschl. Thymom-Suche etc.), haben wir Herrn R. die stationäre Aufnahme in unserer Klinik angeraten. Er ist damit einverstanden und wird am 13. 4. 05 bei uns aufgenommen. Zur Frage nach Therapieumstellung von Aza oder Mtx wegen Amylase-/Lipase-Erhöhung: Diese Nebenwirkung ist unter Aza bzw. Mtx bekannt, wenngleich selten. Wenn keine Symptomatik besteht, ist dies kein zwingender Grund zur Therapieumstellung. Kontrollen dieser Werte wären erst bei Beschwerden im Sinne einer Pankreatitis erforderlich.
Fortsetzung folgt:

Bestätigung Diagnose



Da ich meine Vorgeschichte schon in den vorangegangen Seiten beschrieben habe, möchte ich nur kurz auf die Monate vor meiner Thymektomie eingehen.

Am 12.04.2005 teilte mir meine Fachärztin telefonisch mit, das ich zur Polymyositis auch noch an Myasthenia Gravis erkrankt sei.
Zur Klärung dieser Diagnose sei ein stationärer Aufenthalt notwendig.
So stellte  ich mich schon am 13. April 2005 in der Neurologischen Klinik der Martin-Luther-Universität Halle vor. An an eine OP war noch nicht zu denken und ich hatte keine Ahnung von der Krankheit Myasthenia Gravis.
Die MG (von der ich nichts wußte) war eigentlich ziemlich stabil. Ich wollte eigentlich nur das für mich schreckliche MTX loswerden. Meine Symptome, wie Beinschwäche, Doppelsehen, Kauschwäche, Schluckstörungen, hatte ich doch einigermaßen im Griff.
In der neurologischen Klinik wurde ich 1 Woche medizinisch auf den Kopf gestellt.
Die Diagnose der Myasthenia Gravis wurde bestätigt.

Diagnosen:  – V.a paraneoplastische Myasthenia gravis
– bei V.a. Thymom
– Z.n Polymyositis
Beurteilung und Therapie:
Klinisch derzeit kein Anhalt für Myositis
Hochpos. Titer für AChR-AK, klinisch leichte belastungsinduzierte okuläre Symptome
Positiver Tensilontest, Anbehandlung mit Pyridostigmin
Vorerst Immunsuppression mit Prednisolon 10 mg täglich
Thorax – CT: V.a Thymom (ca. 3 cm groß) im vorderen Mediastinum
Komplettierung der Diagnostik durch Octreotidiszintigraphie poststationär
Anschließend Kontaktaufnahme zur Planung elektive Thymektomie
Medikation:
Mestinon 4 x 30 mg steigernd alle 2 Tage bis auf 4 x 60 mg
Prednisolon 10 mg morgens
Nexium 40 morgens
Ibuprofen 600 bei Bedarf

Ein Schock für mich war die notwendige Thymektomie, da ich ein Thymom von ca. 3 cm Durchmesser hatte. Ich wurde auf die notwendige Operation durch die Ärzte sehr gut vorbereitet und stimmte ihr ruhigen Gewissens zu.
Somit konnten die Vorbereitungen zur Thymektomie beginnen.
Ich stellte  mich am  24. Mai 2005 in der Neurologischen Klinik der Martin -Luther- Universität Halle vor, mit der Maßgabe am 25.05.2005 08.00 Uhr operiert zu werden. Das Gespräch mit dem dortigen Anästhesisten dauerte recht lange. Ich war angenehm überrascht, wie viel Zeit  sich auch die Stationsärzte nahmen, um meine  Fragen zu beantworten. Somit ging ich guten Mutes zur OP.
Diese verschob sich aber bis zum 26.05.2005 18.00 Uhr.
Fortsetzung folgt:


Die Thymektomie



Die Thymektomie:
Am Donnerstag, den 26. Mai 2005 war es soweit. Untersuchungen wurden mit mir keine mehr gemacht.Jedoch durfte ich von Dienstag Abend bis Mittwoch nachmittag nicht essen und trinken. Ich sollte ja schon am 25.05.2005 08.00 Uhr operiert werden. Die OP wurde auf Grund von Notfallpatienten immer wieder verschoben. Mittwoch nachmittag konnte ich wieder essen und trinken . Ab Abend nicht mehr. Das zog sich bis Donnerstag Nachmittag hin. 17.30 Uhr bekam ich die berühmte „mir-ist-alles-egal-Tablette“, die es vor einer OP zur Beruhigung gibt, und auch das sehr schöne OP-Hemdchen.
Ich fühlte mich so gut aufgehoben, dass ich erstaunlich ruhig der Dinge harrte, die da in wenigen Minuten auf mich zu kommen sollten. Trombosestrümpfe bekam ich nicht. 18:30 Uhr wurde ich in den Vorraum des OP-Saales geschoben und wenige Minuten später wurde ich durch den Anästhesisten ins Land der Träume geschickt. Irgendwann nachts wurde ich im Aufwachraum wieder einigermaßen munter gemacht, meine Erinnerung setzt erst wieder um 08.00 Uhr ein, als mir ein Pfleger meine Mestinontablette verabreichte und die Physiotherapeutin  ersten Bewegungen mit mir machte. Daraufhin sagte ich ihr es tut weh, daraufhin verabreichte mir der Pfleger eine Dosis Schmerzmittel. Das war der Beginn einer kleinen Katastrophe für mich. denn ich bekam stechende Schmerzen im Bereich des Oberkörpers und keine Luft mehr.
Sofort wurde ich vom Aufwachraum auf die neurologische Intensivstation verlegt, ich bekam immer noch sehr schwer Luft.
Nach der Verabreichung eines Medikamentes schlief ich ein und wurde erstmals gegen 17.00 Uhr wieder einigermaßen munter.
Ich verbrachte den restlichen Freitag und die Nacht auf  Samstag noch in einem leichten Dämmerzustand. Samstag mittag bekam ich auch wieder erstmals etwas zu essen. Trinken mußte ich sehr viel.
Sonntag besuchte mich meine Frau auf der Intensivstation.
Ab Montag wurde mit mir auch schon Physiotherapie durchgeführt
( Sitzen und Stehen am Bett, leichte Übungen im Bett), was für mich ein Segen war.
Die Drainagen wurden Dienstag Nacht und Mittwoch Nacht entfernt.
So konnte ich am Donnerstag die Intensivstation verlassen.
Eine Woche blieb ich noch auf der normalen Station.
Nach insgesamt 14 Tagen konnte ich wieder nach Hause.
Außer unmittelbar nach der OP hatte ich keine Schmerzen.
Ich füge noch ein Bild der Wunde nach 21 Tagen ein.

Nach der Thymektomie 18.06.2005

FAZIT:
Mir ging es, außer nach der OP bis Samstag früh,erstaunlich gut. Schmerzen hatte  ich so gut wie keine. Auch die Taxifahrt nach Hause habe ich ohne Schmerzen gut überstanden.
Die Wunde verheilte komplikationslos. Mir macht es nichts aus nun an dieser Stelle eine Narbe zu haben.

Heute 2009 sieht kaum noch das dort eine Narbe ist.
Mit der frischen OP-Narbe soll ich ja eh keine großen Sprünge machen und von daher hatte ich keine Probleme damit, im Gegenteil im Juli 2005 war ich schon wieder im Badesee baden.
Die Neurologische Klinik (Muskelzentrum) der Martin-Luther-Universität Halle kann ich uneingeschränkt empfehlen. Das Pflegepersonal sowie die Ärzte,vor allem Frau Dr. Jordan, waren durch die Bank freundlich, immer auskunftsbereit und sehr kompetent, was die MG betrifft.
Abschließend kann ich nur sagen, es war halb so wild. Klar ist eine Thymektomie kein Spaziergang, aber wenn man bedenkt, das es mir heute 2009 recht ordentlich geht, hat sich dieser Tortur gelohnt. Für mich hat sich der Eingriff langfristig gelohnt und ich kann mein Leben nun wieder „einigermaßen normal“ fortführen.
Und für denjenigen Leser, der vielleicht ebenfalls vor der Entscheidung zur Thymektomie steht, hoffe ich, dass mein kleiner Erfahrungsbericht ein bisschen Mut macht.

Fortsetzung folgt:

Fortsetzung Krankheit Myasthenia Gravis

Ab Okt. 2010 wieder verstärkte Schmerzen in den Beinen.

16.11.2010 Sprechstunde in  der Uniklinik Halle.

Veränderung Medikation zusätzlich 2o mg Prednisolon.Ab  Weihnachten 2010 leichte Schmerzen im rechten Oberschenkel, aber nur bei Berührung mit der Hand.

Ab 2. Weihnachtsfeiertag verstärkte Schmerzen, die sich bis heute den 31.12.2010 so verstärkt haben, das ich ununterbrochen Schmerzen habe und nachts nicht schlafen kann.

Sie bleiben auch nach Erhöhung der Dosis Prednisolon auf 40 mg und Einnahme von Ibuprofen  800 mg. Sie fühlen sich an als würde jemand mit dem Messer reinstechen, treten aber intervallartig auf.

Am 31.12.2010 konnte ich nachts wieder einmal schlafen.Am 01.01.2011 waren die Schmerzen wieder da.

Medikamente am 31.12. früh 120 mg Mestinon + 100 mg Azathioprin, kein Mestinon Retard, 160 mg Diovan gegen Bluthochdruck. Mittag 60 mg Mestinon , abends 60 mg Mestinon , 100 mg Azathioprin.

Am 01.01.2011 waren die Schmerzen wieder da, Medikamente wie am 31.12.2010.

Einnahme 1 Tablette Ibuprofen 800 mg und die normalen Tabletten.

Nachts 02.01.2011 gegen  3:30 Uhr wegen Schmerzen wieder munter geworden. Einnahme von  20 mg Prednisolon und 1 Schmerztablette.

Am Nachmittag zeigten sich am rechten Oberschenkel Flecken.

03.01.2011 Hautarzt Diagnose Herpes Zoster (Gürtelrose) 2 Medikamente, danach Neurologe 1 Medikament (Gabapentin-CT 600mg) gegen die Nerven schmerzen. Diese Schmerzen werden immer stärker bis in die Nacht und gingen ab 05.00 Uhr zurück.

Ab 04.01.2011 Schmerzen gehen langsam wieder in den normalen Bereich.

Danach ging es mir wieder gut.

Die Myasthenie lies mich in den Jahren ab 2011 im wesentlichen in Ruhe

In den Jahren 2012 und 2014 wieder Herpes Zoster als Nebenwirkung von Azathioprin die aber nicht so schmerzhaft waren.

Jedoch bestehen die Probleme lange Laufen, Treppensteigen, Berg hochlaufen weiter bestehen, damit kann ich aber recht gut leben.